Fasten im Ramadan 2013

Fasten im Ramadan 2013

Fasten im Ramadan 2013

In diesem Jahr wird am Beginn des 9. Mond-Monats die Sichel nach dem Neumond wieder am 09. Juli sichtbar, der Beginn des Fastenmonats Ramadan, der bis zum 08. August andauert. 1,3 Milliarden Muslime weltweit, in Deutschland 4,2 Millionen, sind aufgerufen, dem Fastengebot des Korans zu folgen.

„O ihr, die ihr glaubt! Das Fasten ist euch vorgeschrieben, so wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren. Vielleicht werdet ihr (Allah) fürchten. Es sind nur abgezählte Tage. Und wer von euch krank ist oder sich auf einer Reise befindet, soll eine Anzahl anderer Tage (fasten). Und denen, die es mit großer Mühe ertragen können, ist als Ersatz die Speisung eines Armen auferlegt. Und wenn jemand freiwillig Gutes tut, so ist es besser für ihn. Und dass ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr es (nur) wüsstet!“ (Koran, Sure 2, 183)

Das Fasten (arabisch: Saum) bildet die vierte Säule des Islam (neben „Bekenntnis“, „Gebet“, „Almosen“, „Pilgerreise“). Fasten ist für alle Muslime verpflichtend. Als vorgeschriebene Fastenzeit bestimmt Sure 2,185 den Monat Ramadan, weil in diesem Monat die Offenbarung des Koran an den Propheten Mohammed begonnen hat:

„Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran herab gesandt wurde als Rechtleitung für die Menschen und als deutliche Zeichen der Rechtleitung und der Unterscheidungsnorm. Wer von euch nun in diesem Monat anwesend ist, der soll in ihm fasten.“

Das Fasten beginnt am ersten Tag des Neumondes und endet am selben Tag des folgenden Monats („wenn ihr in der Morgendämmerung den weißen Faden vom schwarzen Faden unterscheiden könnt“, Sure 2, 187) – in diesem Jahr ist diese Zeit extrem lang, in Berlin geht am 9. Juli die Sonne um 4.53 Uhr auf und um 21.30 Uhr unter. Das bedeutet, ganze 16 Stunden und 37 Minuten lang darf nichts gegessen, vor allem nichts getrunken werden. Zunächst hatte das Fasten auch im Islam eine starke religiöse Bedeutung und stellte eine formale Verpflichtung dar, die im Koran offenbarten Verheißungen Allahs zu erfüllen. Der Gläubige soll sich in der Fastenzeit Gott verstärkt zuwenden und seine Gebote strenger befolgen als sonst. Diese Fastenzeit wirkt dann die nächsten Monate des Jahres weiter nach und beeinflusst somit das religiöse und gesellschaftliche Leben der Muslime.

In der islamischen Welt hat Fasten im Ramadan starke Auswirkungen auf den gesamten Tagesrhythmus. Tagsüber wird weniger gearbeitet; die Ämter schließen früher. Das Leben verlagert sich mehr in die Nächte, in denen ausgiebig gegessen und getrunken wird. Neben der rein religiösen Bedeutung beeinflusst das Fasten im Ramadan jedoch das gesamte gesellschaftliche Leben und beinhaltet eine große soziale Komponente. Der gemeinsame Besuch der Moschee und das familiäre Beisammensein am Abend, wenn die Mahlzeit eingenommen wird, tragen zur Förderung des Gemeinschaftsgefühls und zur Intergration der pubertären Jugendlichen bei, die zu Ramadan das erst Mal fasten dürfen. Der gemeinschaftliche Aspekt wird dadurch unterstützt, dass der Monat Ramadan nicht nur als Zeit der Vergebung Allahs für die Sünden des Einzelnen angesehen wird, sondern auch als Zeit der Versöhnung zwischen den Menschen.

Auch die arabische Medizin lehnte sich an antike Vorbilder an. Ibn Masawaik (777-857) schrieb in „Die Abwehr der Schäden, die aus Nahrungsmitteln entstehen“: „Viele Ärzte zogen es vor, Krankheiten durch geeignete Diät zu behandeln und die Medikamente, deren Wirkung als zu stark oder zu scharf gefürchtet wurden, möglichst zu vermeiden.“ Auch Avicenna (980-1037), der den größten Einfluss auf die arabische Medizin hatte, forderte strenges Maßhalten in Essen und Trinken. Sein „Canon medicianae“ wurde wegen seiner einheitlichen Darstellung der Medizin das grundlegende Werk des Mittelalters. (Stiel-Reifenrath, 2002)

Berichte zum Ramadan:

Ramadan 2013: Ist Fasten im Sommer gefährlich?
news.de, 09.07.2013

Fastenzeit: Für Muslime beginnt der Ramadan
Rhein-Zeitung., 09.07.2013

Ab heute fasten Muslime — auch in Wiesbaden
Wiesbadener Kurier, 09.07.2013

Religion: Ramadan bedeutet mehr als Verzicht
Rhein-Zeitung

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