Nicht alles, was in der Medizin etabliert ist, ist auch wirksam. Jüngstes Beispiel sind die Probiotika, die in einer grossen Studie durchfallen.

Nicht alles, was in der Medizin etabliert ist, ist auch wirksam. Jüngstes Beispiel sind die Probiotika, die in einer grossen Studie durchfallen.

Nicht alles, was in der Medizin etabliert ist, ist auch wirksam. Jüngstes Beispiel sind die Probiotika, die in einer grossen Studie durchfallen.

Alan Niederer

Müssen wir uns wieder von einem medizinischen Mythos verabschieden? Möglicherweise, wenn man sich die jüngste Arbeit einer britischen Forschergruppe ansieht.¹ Ihre Studie konnte keinen Nutzen für die vorsorgliche Verwendung von nichtpathogenen Bakterien finden. Die als Probiotika bekannten Präparate werden von vielen Ärzten verschrieben, um bei einer Antibiotikatherapie den als Nebenwirkung gefürchteten Durchfall zu verhindern.

Dass der Einsatz von Milchsäurebakterien (Laktobazillen) und Bifidus-Bakterien, wie sie auch bestimmten Joghurts beigemischt werden, nicht hilfreich sein soll, kommt unerwartet. Denn viele ältere Studien und sogenannte Metaanalysen, also Zusammenschlüsse verschiedener Untersuchungsresultate, sind zum gegenteiligen Ergebnis gelangt. Demnach reduzieren Probiotika das Durchfallrisiko bei einer Antibiotikatherapie um über 50 Prozent. Noch wirkungsvoller sollen die zugeführten «guten» Bakterien Diarrhöen verhindern, die durch das besonders aggressive und mitunter tödliche Bakterium Clostridium difficile verursacht sind. Hier wird die (relative) Risikoreduktion mit über 60 Prozent angegeben.

Probiotikum (Wikipedia)

¹ The Lancet, Online-Publikation vom 8. August 2013.

Den ganzen Artikel finden Sie unter www.nzz.ch vom 14.08.2013

 

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