Unheil durch nicht mehr teilungsfähige Zellen

Unheil durch nicht mehr teilungsfähige Zellen

Unheil durch nicht mehr teilungsfähige Zellen

Auch Zellen setzen sich mit fortschreitendem Alter zur Ruhe. Sie hören auf, sich zu teilen. Früher interpretierten Mediziner dies als sinnvolle Vorkehrung gegen Krebs. Nun aber stellt sich heraus, dass solche seneszenten Zellen schädliche Stoffe abgeben. Dadurch beschleunigen sie nicht nur den körperlichen Verfall, sondern begünstigen sogar die Entstehung von Krebs.

David Stipp

Ende 2011 berichteten Jan M. van Deursen und seine Kollegen an der Mayo Clinic in Rochester (Minnesota) über den gelungenen Versuch, Alterungsvorgänge bei Mäusen zu verlangsamen. Ihr Trick war, dafür zu sorgen, dass in den Tieren alle Zellen, die ihre Fähigkeit zur Teilung einbüßten und damit in den Zustand der Seneszenz übergingen, sofort zerstört wurden. Van Deursens Ergebnisse bedeuteten einen Wendepunkt in der Altersforschung; denn sie hauchten einer umstrittenen, schon mehr als ein halbes Jahrhundert alten Hypothese neues Leben ein. Demnach ist der Verlust der Teilungsfähigkeit von Zellen die Ursache für den allmählichen Verfall des Körpers im Alter.

Zum negativen Bild der zellulären Seneszenz passen auch jüngste Erkenntnisse über ihre Rolle bei der Entstehung von Krebs. Lange galt sie als Schutz davor, dass gealterte Zellen, in denen sich mutmaßlich viele schädliche Mutationen angehäuft haben, unkontrolliert zu wuchern beginnen. Wie sich nun zeigte, fördern solche Zellen in mancher Hinsicht jedoch das Tumorwachstum.

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