Stärkt Fasten das Immunsystem?

Stärkt Fasten das Immunsystem?

Fasten ist dafür bekannt, den Prozess der Autophagie anzuregen, einen überlebenswichtigen Recyclingprozess. Darüber hinaus hat die Autophagie wichtige Funktionen in der Immunabwehr.

Kann Fasten also vor Infektionen schützen? Um diese Frage zu beantworten, gehen wir zunächst näher auf den Prozess der Autophagie ein.

Was ist Autophagie?

Bei Autophagie handelt es sich um einen lebenswichtigen Recyclingprozess der Zelle. Sie wird in erster Linie durch die Abwesenheit von Nahrung stimuliert. Denn wenn keine Bausteine von außen reinkommen, ist die Zelle gezwungen, alte Moleküle abzubauen, um aus den dabei entstehenden Bausteinen neue Moleküle herzustellen.

Dabei wird die Zelle auch alten Ballast los, was sich positiv auf die Funktion und Gesundheit der Zellen auswirkt. Aus diesem Grund wird Autophagie auch oft als Verjüngungsprozess bezeichnet.

Darüber hinaus spielt die Autophagie auch eine wichtige Rolle in der Immunabwehr. Zum einen unterstützt sie das angeborene Immunsystem. Sogenannte Phagozyten, die zu den weißen Blutkörperchen gehören und auch als Fresszellen bezeichnet werden, nehmen fremde Eindringlinge wie Bakterien oder Viren auf und bauen sie durch Autophagie ab. Nach dem Verdau der Krankheitserreger werden Bruchstücke auf der Zelloberfläche platziert. Dadurch werden Antikörper-produzierende Zellen über die Eindringlinge informiert. Diese bilden daraufhin Antikörper, die bestimmte Teile der Bakterien und Viren erkennen und unschädlich machen.

Außerdem stimuliert Autophagie die Produktion von Zytokinen. Dies sind Signalmoleküle, mit denen Immunzellen untereinander kommunizieren. Autophagie fördert auch das Überleben Antikörper-produzierender Zellen, wodurch diese Immunzellen Krankheitserreger besser bekämpfen können.[1]

Wie Fasten auf das Immunsystem wirkt

Da Fasten die Autophagie fördert, liegt der Schluss nahe, dass dadurch auch das Immunsystem gestärkt wird.

Die Wirkung von Fasten auf das Immunsystem ist jedoch nicht ganz eindeutig. Manche Studien zeigen, dass ein Nahrungsmangel auch die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen kann. Zudem scheint es Unterschiede zwischen bakteriellen und viralen Infektionen zu geben. Bei einer bakteriellen Infektion kann Fasten schützend wirken, wohingegen es bei einer viralen Infektion problematisch sein kann.[2]

Wichtig ist hier, zwischen vorbeugenden und behandelnden Maßnahmen zu unterscheiden. Fasten fördert die Autophagie, die einen essenziellen Prozess in der Immunabwehr darstellt. Bei Diabetikern ist die Autophagie gestört und sie haben auch gleichzeitig ein schwaches Immunsystem. Obwohl Probleme mit der Autophagie wahrscheinlich nicht der einzige Grund sind, warum Diabetiker eine geschwächte Immunabwehr haben.

Eine gut funktionierende Autophagie ist im Falle einer Infektion mit Sicherheit förderlich.

Bei einer akuten Infektion spielen jedoch noch weitere Faktoren eine Rolle, wie eine ausreichende Energie- und Nährstoffversorgung.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Fasten das Immunsystem langfristig stärken kann, aber bei einer akuten Infektion nur bedingt zu empfehlen ist.

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