Fasten beeinflusst die Darmflora

Fasten beeinflusst die Darmflora

Der Darm spielt für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit eine zentrale Rolle. Dabei sind vor allem die Darmbakterien von Bedeutung. Sie helfen bei der Nahrungsverwertung und produzieren wertvolle Nährstoffe. Außerdem helfen sie, Krankheitserreger abzuwehren.

Darmbakterien können allerdings auch Giftstoffe prozieren und Entzündungen fördern. Daher ist ein gesundes Gleichgewicht unterschiedlicher Bakterien von Bedeutung. Kommt es zu einem Ungleichgewicht, spricht man von einer Dysbiose, die mit vielen chronischen Krankheiten assoziiert ist.

Da die Darmbakterien von dem leben, was wir essen, ist es nicht verwunderlich, dass Fasten die Darmflora beeinflusst. Es ist allerdings nicht gut untersucht, welche Auswirkungen Fasten auf die Zusammensetzung der Darmbakterien hat.

Studie: Fasten verändert das Verhältnis der Darmbakterien

Eine Studie der Buchinger Wilhelmi Klinik in Überlingen hat untersucht, wie sich Buchinger Fasten auf die Darmflora auswirkt. 15 Teilnehmer haben für 10 Tage nach Buchinger gefastet. Laut Protokoll haben sie täglich 250 kcal zu sich genommen und alle zwei Tage einen Einlauf durchgeführt.

Während des Fastens veränderte sich die Zusammensetzung der Darmbakterien. Auffällig war, dass sich das Fasten vor allem auf das Verhältnis zwischen Firmicutes und Bacteriodetes Bakterien auswirkte. Der Anteil an Firmicutes Bakterien nahm deutlich ab und verschob sich in Richtung Bacteriodetes Bakterien. Drei Monate nach dem Fasten hatte die Bakterienzusammensetzung allerdings wieder den ursprünglichen Zustand von vor dem Fasten erreicht.

Firmicutes Bakterien bauen pflanzliche Polysaccharide ab. Bacteriodetes Bakterien hingegen leben von körpereigenen Energiereserven wie Aminosäuren (Bausteine von Proteinen) und Fett. Das Verhältnis von Firmicutes zu Bacteriodetes Bakterien scheint auch bei der Regulation des Körpergewichts von Bedeutung zu sein. In übergewichtigen Personen ist das Verhältnis in Richtung Firmicutes Bakterien verschoben.[1]

Das Fasten brachte weitere Veränderungen mit sich. Wie erwartet, wechselte der Stoffwechsel von Kohlenhydrat- auf Fettstoffwechsel. Dies ging mit verbesserten Blutfett- und Cholesterinwerten einher.

Außerdem verloren die Probanden an Gewicht, der Blutdruck sank und sie berichteten über ein verbessertes körperliches und emotionales Wohlbefinden. Inwiefern diese Ergebnisse mit den Veränderungen der Darmbakterien in Zusammenhang stehen, muss in zukünftigen Studien näher untersucht werden.

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