Fastenmethode und Philosophie

Fastenmethode und Philosophie

Fastenmethode und Philosophie 

Wer es noch nicht erlebt hat, der sollte es ausprobieren. Die Vorstellung: Fasten ist gleichbedeutend mit Hungern, ist falsch. Wer hungert, der fastet nicht, und wer richtig fastet, hat keinen Hunger! Wer es noch nicht selbst erlebt hat, kann es nicht glauben. Doch wir Menschen haben entwicklungsgeschichtlich ein Programm in uns, eine Zeit lang ohne feste Nahrung aus inneren Reserven leben zu können und dabei nicht von Hunger geplagt zu werden. Dabei schaltet der Körper in ein anderes Energieprogramm um, bei dem er die notwendige Lebensenergie aus den inneren Reserven des Körpers erhält. Wichtig dabei ist, dass ihm die Umschaltung dieses Energieprogramms fachgerecht ermöglicht wird.

Es ist auch in keiner Weise so, dass man sich während dieser Fastenzeit schlapp und müde fühlt. Da während des Fastens kaum Verdauungsenergie benötigt wird, hat der Körper sogar zusätzliche Energie frei, um sie anderweitig einzusetzen. Auch während der Fastenzeit sind beachtliche körperliche Leistungen möglich, insbesondere, wenn sie sich im Dauerleistungsbereich abspielen. Zum Fasten passen also sehr gut Bewegungsprogramme wie tägliche Wanderungen, Radfahren, Schwimmen, um nur einige Beispiele zu nennen. Wenn Fasten auf diese Weise fachgerecht durchgeführt wird, findet auch der immer wieder heraufbeschworene Muskelabbau nicht statt.

Die Abnahme von ein paar Kilogramm Gewicht ist ein willkommener Effekt.  Fasten umfasst aber wesentlich mehr, nämlich auch sehr positive Einflüsse nicht nur im körperlichen, sondern auch im seelischen und geistigen Bereich. So kommen wir durchs Fasten zur Ruhe, wir finden unser Gleichgewicht wieder, wir erleben eine engere Verbindung zu unserem Körper, wir können auch Probleme überwinden wie z.B. Trauer, Schmerz oder seelische Wunden, wir erleben eine Selbstfindung. Mit dem Fasten erhalten wir auch die Möglichkeit, alte Gewohnheiten zu durchbrechen, wir können unsere wirklichen Bedürfnisse ausloten. Fasten kann ein Impuls zur Änderung sein, auf welchem Gebiet auch immer. Durch das Erleben der Verbesserung unseres eigenen gesundheitlichen Wohlbefindens, das bei einem richtigen Aufbau nach dem Fasten auch nachhaltig in die Zukunft wirkt, gewinnen wir wieder mehr Freude am Leben.

Die Fastenmethode, die wir vom Berufsverband Fasten und Ernährung empfehlen, ist das Fasten für Gesunde nach Dr. O. Buchinger/Dr. H. Lützner und wird bestimmt von folgenden Leitlinien:

  • Entlastungstag, sollte als gemeinsames Erlebnis vor Ort mit der Gruppe durchgeführt werden
  • Verzicht auf feste Nahrung für 5-10 Tage, auch auf Substitution von Vitaminen, Mineralstoffen und Eiweiß
  • Genussmittelverzicht
  • Anfängliche vollständige Darmentleerung, in der Regel mit Glaubersalz, und zwar morgens
  • „Fastenverpflegung“ (nach Dr. O. Buchinger):
    • mindestens 2 – 3l Flüssigkeit pro Tag in Form von Wasser und Kräutertee
    • Gemüsebrühe
    • Obst- oder Gemüsesaft
    • Zitronenschnitze
    • 2 TL Honig
  • Bewegung und Ruhe im Wechsel
  • Darmentleerung während der Fastenzeit, Einlauf i. d. Regel alle 2 Tage, wenn gewünscht auch täglich
  • Fastenunterstützende Maßnahmen
    • Bürsten, Wasseranwendungen (Kneipp), usw.
    • Leberwickel (feucht-warm)
    • Harmonische Atmosphäre
    • Tägliche Fastengespräche
  • Fastenende
    • Meditation in der Regel mit einem Apfel
  •   Sorgfältiger Kostaufbau (mind. 4 Tage)
  •   Einstieg in die Vollwert-Ernährung (Gießener Formel)

Wichtig ist es, dass das Fasten richtig und fachgerecht durchgeführt wird. Wenn Sie das Fasten kennen lernen wollen und zum ersten Mal fasten, empfiehlt sich ein Fastenkurs mit den von uns ausgebildeten oder anerkannten FastenleiterInnen. Entsprechende Angebote finden Sie unter Fastenangebote.

 

Lesen Sie die Definition des Fastens nach den Leitlinien der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung (ÄGHE) auf der nächsten Seite.

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