Ein Vitamin D-Mangel ist ein starker Risikofaktor für einen schweren COVID-19 Verlauf

Ein Vitamin D-Mangel ist ein starker Risikofaktor für einen schweren COVID-19 Verlauf

Es ist bekannt, dass Vitamin D für die Immunabwehr essenziell ist. Wissenschaftler vermuten, dass ein niedriger Vitamin D-Spiegel im Winter der Grund dafür ist, warum die Grippe im Winter Saison hat. Aktuelle Daten zeigen, dass ein Vitamin D-Mangel auch ein Risikofaktor für einen schweren Verlauf bei einer Coronavirusinfektion (COVID-19) ist.

Studie: Personen mit Vitamin D-Mangel haben ein 10-fach erhöhtes Sterberisiko

Eine Studie hat gezeigt, dass Personen mit Vitamin D-Mangel ein 10-mal so hohes Risiko haben, an einer Coronainfektion zu sterben, wie Personen mit optimalem Vitamin D-Spiegel. Als Mangel war ein Serumlevel unter 20 ng/ml definiert, was laut Robert Koch-Institut als eine „suboptimale Versorgung“ gilt. Ein Serumlevel über 30 ng/ml war in der Studie als optimale Versorgung definiert. Personen mit einem Vitamin D-Serumlevel zwischen 20 und 30 ng/ml hatten immer noch ein fast 8-mal erhöhtes Sterberisiko.

Nun muss man etwas vorsichtig sein, aus solchen Daten voreilig Schlüsse zu ziehen. Denn es gibt viele Faktoren, die mit einem Vitamin D-Mangel assoziiert sind, die ebenfalls zu dem erhöhten Sterberisiko beitragen könnten. Ein Vitamin D-Mangel ist unter alten Menschen weit verbreitet und auch Vorerkrankungen können einen Mangel an diesem Hormon begünstigen. Beides gehört ebenfalls zu den Risikofaktoren für einen schweren COVID-19 Verlauf.

Die Statistik in der Studie wurde allerdings auf Alter, Vorerkrankungen und Geschlecht korrigiert. Das heißt, dass jemand mit Vitamin D-Mangel mit höherer Wahrscheinlichkeit an COVID-19 stirbt als eine Person gleichen Alters mit ausreichender Vitamin D-Versorgung. Das Gleiche gilt für Vorerkrankungen und Geschlecht.

Sonne ist mehr als nur eine Vitamin D-Quelle

Der Zusammenhang zwischen einem Vitamin D-Mangel und dem COVID-19 Verlauf legt nahe, dass eine Supplementierung mit Vitamin D schützend wirken könnte. Leider liefern bisherige Studien in der Hinsicht enttäuschende Ergebnisse.

Vitamin D wird gebildet, wenn unsere Haut direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist. Ausreichende Zeit im Freien ist die Hauptquelle für Vitamin D, da nur wenige Lebensmittel Vitamin D enthalten. Am Vitamin D-Spiegel lässt sich daher gut ablesen, wie viel Zeit in der Sonne verbracht wurde.

Es ist jedoch wichtig zu bedenken, dass Sonne im Körper sehr viel mehr bewirkt, als nur die Vitamin D-Produktion anzuregen. So stimuliert UV-Strahlung die Freisetzung von Stickstoffmonoxid (NO) in der Haut, wodurch der Blutdruck sinkt. Bluthochdruck ist ebenfalls ein Risikofaktor für einen schweren COVID-19 Verlauf. Außerdem senkt Sonnenlicht das Schmerzempfinden, und stimuliert die Wundheilung und das Immunsystem – auch unabhängig von Vitamin D.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass eine Supplementation mit Vitamin D nicht die gleiche Wirkung hat wie ein natürliche gute Vitamin D-Versorgung. Für Personen, die im Winter keine Möglichkeit haben, ihren Vitamin D-Bedarf über die Sonne zu decken, ist eine Supplementierung natürlich dennoch sinnvoll. Experten warnen jedoch sogar davor, ohne einen bekannten Mangel höhere Dosen Vitamin D einzunehmen, da zu viel Vitamin D auch negative gesundheitliche Konsequenzen haben kann.

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